Gerüstverankerung
Die Gerüstverankerung verbindet ein Fassadengerüst über Ankerhalter und Dübel mit dem Gebäude und leitet Wind- und Horizontallasten in die Konstruktion ab. Ohne ausreichende Verankerung ist ein Gerüst nicht standsicher – die meisten Gerüstumstürze gehen auf fehlende oder entfernte Anker zurück. Das Ankerraster ergibt sich aus Statik, Höhe und Bekleidung (Netz oder Plane).

So funktioniert das Ankerraster
Verankert wird in einem regelmässigen Raster – je höher das Gerüst und je geschlossener die Bekleidung, desto dichter. Eine Plane verdreifacht die Windangriffsfläche schnell; entsprechend steigen die Ankerkräfte. Gesetzt wird in tragfähigen Untergrund: Beton, Mauerwerk oder geprüfte Befestigungspunkte, nicht in Dämmung oder lose Verblendungen.
Bei wärmegedämmten Fassaden arbeiten wir mit Abstandsankern durch die Dämmebene und dokumentieren die Bohrpunkte – nach der Demontage werden sie fachgerecht verschlossen, bei Neubauten koordiniert mit dem Fassadenbauer.
Die goldene Regel: Anker bleiben drin
Fensterbauer, Maler und Fassadenbauer stossen bei der Arbeit auf «störende» Anker – und genau hier passieren die gefährlichsten Eigenmächtigkeiten. Anker dürfen ausschliesslich durch den Gerüstbauer versetzt werden, der die Statik im Blick hat. Wir planen Versetzfenster im Bauprogramm ein, damit jedes Gewerk arbeiten kann, ohne die Standsicherheit zu gefährden.
Praxisbeispiel: Vor einem angekündigten Sturmtief prüfen wir bei einem vollverkleideten Gerüst alle Ankerpunkte und ziehen zusätzliche Anker im Attikabereich – das Tief bringt Böen von 110 km/h, das Gerüst steht am Morgen danach unverändert im Lot.
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